Narrative, visuelle und auditive Filmanalyse von Steven Spielbergs "Die Verlegerin"

Ebook (pdf)
ISBN: 9783346275745
Preis: 12,99 €

Buch (pod)
ISBN: 9783346275752
Preis: 14,99 €

Die Aufführung der Brüder Lumière am 28.12.1895 wird im Allgemeinen als die Geburtsstunde des Films betrachtet. In einem indischen Salon in Paris fand an diesem Tag die erste öffentliche Kinovorstellung statt. 33 Zuschauer sahen damals insgesamt 10 Kurzfilme mit einer Länge von jeweils ca. 50 Sekunden. Nach heutigen Maßstäben waren die Kurzfilme von schlechter Qualität und noch dazu ziemlich langweilig, doch vor mehr als 120 Jahren erwies sich diese technische Revolution als überwältigender Erfolg.
 
Bewegte Bilder faszinieren uns seitdem und üben eine fast mythische Strahlkraft auf uns Menschen aus. Wissenschaftler versuchen diese Anziehung, die „scheinbar überwältigende Macht der laufenden Bilder“ zu erklären. Dabei stellt sich seit jeher stets die Frage, ob ein Film als Kunstwerk oder als Kommunikationsmedium betrachtet werden muss. Die Antwort darauf ist insofern relevant als dass sie die Methoden und Instrumente der Analyse bestimmt. Viele Filmtheoretiker betrachten den Film als Kunstform und analysieren in erster Linie seine Ästhetik (Kamera, Schnitt, Licht und Ton).
 
Der deutsche Medien- und Kommunikationswissenschaftler Lothar Mikos hingegen betrachtet Film und Fernsehen als Kommunikationsmedien, weil sie in gesellschaftliche Kommunikations- und Informationsverhältnisse eingebettet sind. Demnach ist ein Film durchaus zunächst das Resultat eines künstlerischen Produktionsprozesses. Dennoch verfolgen die Filmemacher gleichzeitig die Absicht, mit ihrem Publikum zu kommunizieren. Ziel der Kommunikation kann es dabei einerseits sein, den Rezipienten etwas mitzuteilen, z.B. eine bestimmte Botschaft zu vermitteln, oder aber andererseits den Film zu einem kommerziellen Erfolg zu machen, um dadurch ihren Lebensunterhalt zu sichern.
 
Diese Hausarbeit untersucht beide Aspekte, sowohl den künstlerischen als auch den kommunikativen Part, am Beispiel des Films Die Verlegerin aus dem Jahr 2018. Meryl Streep spielt in dem Werk von Steven Spielberg die erste weibliche Verlegerin der USA Katherine „Kay“ Graham. Sie übernimmt in den 1970er Jahren die Leitung der renommierten Zeitung The Washington Post. Einer ihrer Redakteure deckt einen gigantischen Vertuschungsskandal im Weißen Haus auf und schon bald muss Kay sich entscheiden: zwischen dem Dienst an der Öffentlichkeit und ihrer Karriere, womöglich sogar ihrer Freiheit.